Nackenbeschwerden

Nackenschmerzen entstehen in erster Linie durch Fehlhaltungen, welche wir uns im Alltag zuziehen. Diese Fehlhaltungen werden verursacht durch falsche Angewohnheiten, wie den Kopf ständig nach vorn gestreckt und in den Nacken gelegt zu halten, den Kopf ständig mit geradem Nacken nach vorn gestreckt zu halten sowie den Kopf ständig zur Seite zu neigen.

Die  falsche Angewohnheit, ständig den Kopf nach vorn gestreckt und in den Nacken gelegt  zu halten und sich damit Nackenschmerzen zuzuziehen, kann durch folgende äußere Faktoren gefördert werden:
 

  • Lesen bei nicht korrigierter Kurzsichtigkeit
  • Gleitsicht- und Bifokalbrillen, bei denen ständig durch den unteren Teil gesehen und der Kopf ständig in den Nacken gelegt wird.
  • Überstrapazierte kleine Nackenmuskeln, wenn der Kopf z. B. beim Hinsetzen und Aufstehen bewusst ständig nach vorne gestreckt wird.
  • Zu niedrige Sitzmöbel.
  • Autositze, die hinten tiefer sind als vorne.
  • Bewusstes Vermeiden eines Doppelkinns.
  • Sportarten wie z. B. Brustschwimmen oder Radfahren.

Die falsche Angewohnheit, ständig den Kopf mit geradem Nacken nach vorn gestreckt zu halten, entsteht am häufigsten durch folgende Umstände:

 

  • Computerarbeit. Wird bei der Computerarbeit am Arbeitsplatz eine Sitzposition eingenommen, bei der der Oberkörper zurückgelehnt, der Kopf aber ständig nach vorne gestreckt wird, dann treten Nackenbeschwerden auf. Wird diese Position dann auch noch zu Hause auf der Couch vor dem Fernseher weiterhin eingenommen, dann sind stärkere Nackenbeschwerden vorprogrammiert.
  • Zu niedrige Arbeitsplatten in der Küche und zu niedrige Schreibtische.
  • Vorgebeugte Haltung bei Menschen großer Körpergröße
  • Unsicherer Gang. Hierbei versuchen die Betroffenen die Füße beim Gehen mit den Augen zu sehen, anstatt sie mit dem Körpergefühl zu steuern. Gangunsichere Menschen halten beim Gehen unweigerlich den Kopf nach vorne gestreckt, da sie zur vermeintlich besseren Steuerung immer ihre Füße im Visier haben möchten. Daraus resultieren nicht selten Nackenschmerzen, weil die Nackenmuskeln in Dauerspannung geraten, um den Kopf in dieser Position zu halten.


Der ständig zur Seite geneigte Kopf, der viele einseitige Nackenschmerzen bedingt, kann durch folgende falsche Angewohnheiten und äußere Faktoren entstehen:
 

  • Einklemmen des Telefonhörers zwischen Kopf und Schulter beim Telefonieren
  • Geigenspieler, die keine Kinnabstützung verwenden, neigen zu berufsbedingten schiefen Köpfen.

Chronisch gedrehte Köpfe


Chronisch gedrehte Köpfe findet man oft bei einseitigen Nackenschmerzen. Sie kommen vor allem bei einseitig schlechtem Sehen oder Hören vor. Man streckt dabei automatisch das „gute“ Auge oder Ohr nach vorn, d. h., man richtet das intakte Sinnesorgan in Richtung der Reizquelle aus.
Es gibt aber auch Leute, die sich ihre berufliche Umgebung (unabsichtlich) so arrangiert haben, dass sie immer mit gedrehtem Kopf (und Oberkörper) da sitzen, z.B. Psychoanalytiker hinter der Couch oder Menschen, die ihren Monitor im Büro schräg vor sich stehen haben. Auch hier gilt die Regel: Wenn ich ständig jemandem zuhöre, der schräg rechts unten vor mir liegt, oder auf etwas blicke, was schräg vor mir ist, wird mein Kopf irgendwann auch im Alltagsleben leicht nach rechts gedreht und nach vorn gebeugt sein.
 

Was fast nie die Ursache sind:

Kissen und Matratzen


Da viele Menschen, die mit Nackenschmerzen geplagt sind, morgens mit einem besonders steifen und schmerzhaften Nacken aufwachen, meinen viele, es läge an ihrer Schlafposition, die durch ihre Matratze und Kopfkissen bedingt sei.
Häufig wird dann das Kissen oder die Matratze durch teure Spezialkissen oder –matratzen ausgetauscht. Dies hat leider oft wenig Erfolg, da die morgendliche Verschlimmerung der Beschwerden nicht durch das „falsche“ Kissen oder die „falsche“ Matratze verursacht wird, sondern durch folgenden Umstand: In der Nacht ziehen sich Muskulatur und Bindegewebe um etwa 7% zusammen, und zwar am ganzen Körper. Das kommt wahrscheinlich durch die relative Bewegungsarmut in der Nacht. Hat jemand aber eine oder mehrere Stellen am Körper, wo sich die Muskeln in Dauerkontraktion befinden, zum Beispiel im Nacken, wirken sich die 7% Zunahme der Verkürzung in der Nacht fatal aus. Die betreffenden Muskeln sind dann so verspannt, dass sie bei der geringsten Bewegung gegen die Anspannung schmerzen. Erst, wenn man sich etwas bewegt und möglichst eine warme Dusche genommen hat, verringert sich der Schmerz wieder.


Zugluft und Verkühlung


Die Verkühlung am Tage bzw. in der Nacht oder die Zugluft sind meist nur Auslöser, nicht aber die Ursache der Nackenschmerzen. Ursache ist auch hier die verspannte Muskulatur, die auf alle möglichen Reize (wie zum Beispiel Kälte oder Stress) mit noch stärkerer Kontraktion reagiert und dadurch zu Schmerzen führt.
 

Bei der Abklärung des Ursprungs von Nackenschmerzen untersuchen wir neben der oberen Wirbelsäule auch die Schultergürtel-Region. Insbesondere der Übergang des letzten Halswirbels zum ersten Brustwirbel ist dabei mit einzubeziehen.