E-Zigarette: Gesundheitsrisiken sind bisher nicht absehbar

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E-Zigaretten drängen massiv auf den Markt und werden als Ersatz für traditionelle Zigaretten immer beliebter. Aktuell geht man von 1,2 Millionen Konsumenten in Deutschland aus. Die Rechtslage bei E-Zigaretten ist in Deutschland nicht einheitlich. Während die ersten Bundesländer, wie Bayern, Nordrhein-Westfalen sowie Bremen die E-Zigarette schon verboten haben, kann man diese Produkte in anderen Bundesländern sowie über das Internet legal erwerben.




Gesundheitsrisiken bisher nicht absehbar

Die EU-Kommission hat die E-Zigarette jetzt ins Visier genommen und will die gesundheitlichen Folgen genauer untersuchen. Die Warnungen vor dem Konsum von E-Zigaretten werden immer intensiver. Welches Risiko der Konsum von E-Zigaretten in sich birgt und welche Schäden später auftreten können, ist bisher weitgehend unerforscht und nicht absehbar. Man sollte aus den Fehlern der Vergangenheit des Rauchens lernen, denn die traditionelle Zigarette hat Millionen Tote verursacht und wäre nie zugelassen worden, wenn wir das heutige Wissen vor hundert Jahren gehabt hätten. Die rauchlosen E-Zigaretten verdampfen oft eine nikotinhaltige Flüssigkeit, die der Konsument inhaliert. Es wird dabei kein Tabak verbrannt und mit dem Dampf kein Teer aufgenommen. Die Konsumenten können sich aber nicht darauf verlassen, dass diese Produkte gesundheitlich unbedenklich sind. Was derzeit auf dem Markt zu beziehen ist, ist alles nicht geprüft und zugelassen. Die Flüssigkeitssubstanzen enthalten so hohe Nikotin-Mengen, dass sie als Arzneimittel einzustufen sind – und damit eigentlich nach den strengen Auflagen des deutschen Arzneimittelgesetzes zugelassen werden müssten.


Die Aussage, dass die E-Zigarette die weitaus weniger schädliche Alternative im Vergleich zur traditionellen Tabakzigarette sei, lässt sich anhand von Studiendaten nicht belegen, sodass vor dem Konsum von E-Zigaretten gewarnt werden muss.


Pneumologen warnen schon heute vor schädlichen Auswirkungen der E-Zigarette auf die Atemwege. Wie eine Studie belegte, werden die Atemwege nach fünf Inhalier-Minuten auffällig häufig eingeengt. Die Ursache für die Atemwegsverengung ist das Frostschutzmittel Propylenglykol, aus dem der Dampf der E-Zigarette zu 90 Prozent besteht.

Die amerikanische Kontrollbehörde Food and Drug Adminstration (FDA) konnte in einigen Kartuschen der E-Zigarette krebserregende Nitrosamine nachweisen. Außerdem stellte sie in einer Kartusche neben dem Frostschutzmittel Propylenglykol das stark giftige Diethylenglykol fest. Tabak-spezifische Verunreinigungen, unter anderen Anabasin, Myosmin und ß-Nicotyrin, die unter dem Verdacht stehen, gesundheitsschädigend zu sein, wurden auch gefunden. Inwiefern ein Risiko für Passiv-Konsumenten besteht, ist noch offen.

Auch das neuseeländische Institut Health New Zealand (HNZ) fand in Kartuschen der E-Zigarette krebserregende Nitrosamine. Das HNZ isolierte zudem karzinogene polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe als Abfallprodukte einer unzureichenden Verbrennung organischen Materials.


Suchtpotential der E-Zigarette

Es ist bisher nicht belegt, dass die E-Zigarette bei der Raucherentwöhnung helfen könnte.  Nach einem Bericht der FDA zufolge werden in jedem Zug aus den Kartuschen der E-Zigaretten 26,8 bis 43,2 µg pro 100 ml an Nikotin freigesetzt. Da Nikotin ein hoch suchterzeugender Stoff ist, hat die E-Zigarette genauso ein Suchtpotential, wie die herkömmliche traditionelle Tabakzigarette.



Die kurz- und langfristigen Gesundheitsrisiken von E-Zigaretten sind bisher nicht absehbar. Weitere Studien sind nötig, um die Risiken der E-Zigaretten wirklich beurteilen zu können.