Raucherentwöhnung

Akupunktur wird zur Behandlung von Erkrankungen und ebenso zur Raucherentwöhnung eingesetzt. Dabei werden besonders die anfänglichen Entzugssymptome ins Visier genommen.
 

Akupunktur zur Raucherentwöhnung

Akupunktur ist die in Europa bekannteste Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Akupunktur wird auch zur Raucherentwöhnung (Suchtbehandlung) eingesetzt. Dabei sollen besonders die starken körperlichen Symptome in der Anfangsphase des Nikotinentzugs gemildert werden. Hierzu gehören:

 

•    Übermäßiger Appetit.

•    Gewichtszunahme.
•    Nervosität.
•    Schweißausbrüche.
•    Schlafstörungen.
•    Rauchverlangen ("Nikotinhunger").

Akupunktur-Behandlung


Für die Raucherentwöhnung wählt man meist eine beruhigend wirkende Akupunktur. Genauso wie bei anderen Suchterkrankungen setzen wir in unserer HNO-Praxis die Ohrakupunktur ein. Es werden hierbei feine Nadeln verwendet, die beim Einstich nur wenig und später überhaupt nicht mehr zu spüren sind. Und falls dieses doch auftritt, dann wird die Lage der Nadel korrigiert, denn eine Ohrakupunktur sollte schmerzarm bis schmerzfrei sein.


Wirkung


Eines der Hauptprobleme beim Nikotinentzug sind die körperlichen und psychischen Begleitsymptome Diese sind häufig der Grund, warum das Rauchen erneut begonnen wird. Die Akupunktur beeinflusst diese positiv durch:


•    Linderung der Entzugssymptome.
•    Vegetative Stabilisierung.
•    Senkung der Suchtintensität.
•    Verminderung des Rauchverlangens.

Nikotinentwöhnung durch Nikotinersatz


Bei der Raucherentwöhnung ist es wichtig, dass das Nikotin der Zigarette durch einen Nikotinersatz substituiert wird. Hier gibt es Nikotin-Pflaster, Nikotin-Kaugummi, Nikotin-Lutschtabletten oder Nikotin-Inhalierer.
 

Durch die Nikotinsubstitution wird Nikotin dosiert dem Körper zugeführt und damit die Entzugssymptome gemildert oder aufgehoben. Die häufigsten Entzugssymptome können sein:
 

•    Nervosität.
•    Abnehmende Stresstoleranz und Gereiztheit.
•    Aggressivität.
•    Schlafstörungen.
•    Konzentrationsstörungen.
•    Depressionen.
•    Übellaunigkeit.
•    Gesteigerter Appetit.


Der Raucher wird durch den Nikotinersatz bei seiner Entwöhnungstherapie unterstützt. Die Nikotinersatzpräparate machen nicht süchtig, da sie im Gegensatz zur Zigarette keinen plötzlichen Nikotinanstieg im Körper hervorrufen, sondern einen konstanten Nikotinspiegel bewirken.


Wirkung der Nikotinersatzpräparate

•    Dem Körper wird über das Ersatzpräparat dosiert Nikotin zugeführt.
•    Dauerhaft niedriger ausreichender Nikotinspiegel ohne Zigaretten (und deren Schadstoffe).
•    Das Rauchverlangen soll damit unter Kontrolle gehalten werden.
•    Milderung bzw. Aufhebung anfänglicher Entzugssymptome.
•    Unterstützung von Entwöhnungstherapien wie die Ohrakupunktur.
•    Vermeidung eines Rückfalls.
•    Beipackzettel ist genau zu lesen und zu beachten.
•    Das Rauchen ist einzustellen.
•    Nikotinüberdosierung (-vergiftung) vermeiden.

Neuraltherapie


Die Ohrakupunktur wird in unserer Praxis bei der Raucherentwöhnung kombiniert mit der Neuraltherapie angewendet. Hier erfolgt die Infiltration von Procain (Lokalanästhetikum)  in bestimmte Ohrakupunkturpunkte, wodurch Reflexzonen des Körpers stimuliert werden. Dadurch wird das Suchtverlangen gemindert, bestenfalls auch überwunden.

Verstopfte Nase

Viele Menschen leiden unter einer verstopften Nase bzw. behinderten Nasenatmung. Patienten, die nicht frei durch die Nase atmen können oder immer wieder eine Nasennebenhöhlenentzündung entwickeln, sollten zunächst beim HNO-Arzt die Ursache abklären lassen. Werden eine allergisch-bedingte Schwellung der Nasenschleimhaut und auch andere Gründe wie Polypen ausgeschlossen, können anatomische Auffälligkeiten wie vergrößerte untere Nasenmuscheln die Symptomatik erklären und entsprechend kann eine Verkleinerung der Nasenmuscheln den Betroffenen helfen.

Vergrößerte untere Nasenmuscheln können zu einer behinderten Nasenatmung, zu verstärkter Mundatmung mit dadurch bedingten Halsinfektionen, zu Schnarchen oder zu Nasenbluten führen.

Was führt zu einer verstopften Nase?

Ursache einer permanent verstopften Nase können Polypen (gutartige Wucherungen der Nasenschleimhaut) oder eine Nasenscheidewandkrümmung sein. Ein häufiger Grund sind aber auch vergrößerte untere Nasenmuscheln. Die unteren Nasenmuscheln sind Schwellkörper, die ungefähr die Größe des Kleinfingers besitzen und horizontal der seitlichen Nasenwand angeordnet sind. Auf ihrer Oberfläche sitzen winzige Härchen, die sog. Cilien, die die Atemluft von Staubpartikeln reinigen. Die Schleimhaut an ihrer Oberfläche sorgt für eine Befeuchtung der Atemluft. Durch allergische Reaktionen oder eine veränderte Durchblutung kann es zu einer dauerhaften Schwellung der Nasenmuschel kommen. Dadurch wird der Raum in der Nase soweit ausgefüllt, dass ein freies Atmen nur schwer möglich ist.
Weitere Ursachen einer verstopften Nase sind ein Schnupfen (Rhinitis) und Infektionen (zum Beispiel bei Erkältung und einfachen grippalen Infekten), Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Allergien (wie allergischer Heuschnupfen),  trockene Luft, Rauch, Staub, bestimmte Gifte, regelmäßiger Gebrauch von Nasentropfen (Privinismus oder Rhinitis medicamentosa), Fremdkörper in der Nase, selten auch Nasentumoren (gutartige und bösartige Kopf-Hals-Tumoren).

Was kann man tun?

Durch die moderne und schonende Methode der Radiofrequenz-Volumen-ReduktionTM (RaVoRTM) kann die Nasenmuschel in ihrer Größe reduziert werden.

Die meisten Menschen, bei denen eine vergrößerte untere Nasenmuschel die Ursache für eine Nasenatmungsbehinderung ist, kommen für die RaVoRTM-Therapie infrage. Entscheidend ist, dass eine eingehende Untersuchung unternommen wird und weitere Faktoren, wie z.B. eine Nasenscheidewandkrümmung oder Nasenpolypen ausgeschlossen werden bzw. einer separaten Therapie unterzogen werden.

Für die optische Untersuchung der Nase wird in unserer Praxis die Nasenendoskopie durchgeführt. Hierfür verwenden wir äußerst dünne starre und flexible Endoskope.

RaVoR NasenmuschelnAufgrund der geringen Belastung für den Patienten gibt es nur wenige Kriterien, die eine RaVoRTM-Therapie an den unteren Nasenmuscheln ausschließen würden. Bei der RaVoRTM-Therapie wird ambulant unter örtlicher Betäubung eine feine Sonde in die Nasenmuschel eingeführt und dosiert Radiofrequenzenergie zugeführt. Diese Energiezufuhr erwärmt den Behandlungsbereich. Dabei werden die Flimmerhärchen weitest möglich geschont und die wichtige Funktion der Härchen, die Atemluft von Staubpartikeln zu reinigen, bleibt erhalten. Auf der empfindlichen Schleimhaut entstehen in der Regel keine störenden Krusten.
 

Das behandelte Gewebe wird vom körpereigenen Immunsystem abgebaut. Dieser absichtlich hervorgerufene natürliche Heilungsprozess führt so zu einer Volumenreduktion, also zu einer Verkleinerung der Nasenmuschel. Dieser Prozess der Heilung und Reduktion kann einige Wochen dauern. Er ist praktisch schmerzfrei.

Nachdem die Nasenmuschel wieder ihre "richtige" Größe erreicht hat, wird die Nase wieder frei und die Nasenatmung kann sich normalisieren.

Vorteile der RaVoRTM-Therapie:

  • Der gesamte Eingriff erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung.
  • Die örtliche Betäubung wird mit einem Betäubungsspray durchgeführt. Dieses wird zunächst in die Nase und danach auf einen Tamponadenstreifen gesprüht, welcher in die Nase gelegt und für 15-20 Minuten in der Nase belassen wird. Nach Entfernen des Streifens ist die Nase in der Regel für den Eingriff ausreichend betäubt. Nur in Ausnahmefällen ist anschließend noch eine Betäubungsspritze notwendig.
  • Der eigentliche Eingriff dauert nur wenige Minuten. Danach kann man sofort und selbständig die Praxis verlassen.
  • Eine Erholungszeit mit Krankschreibung oder gar der Aufenthalt in einer Klinik ist üblicherweise nicht nötig.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Üblicherweise wird die behandelte Nasenmuschel zunächst etwas anschwellen. Dies ist Teil des natürlichen Heilungsprozesses. Gelegentlich kann es zu leichten Verkrustungen an der Schleimhautoberfläche kommen. Aus diesem Grunde werden eine heilende Nasensalbe und Nasenspülungen verordnet. Die Verkrustungen heilen in der Regel problemlos ab und sind nach kurzer Zeit verschwunden. Der Heilungsverlauf wird in den notwendigen ambulanten Nachuntersuchungen in unserer Praxis kontrolliert. Die Einnahme von Schmerzmitteln ist normalerweise nicht notwendig.

Kontraindikationen für die RaVoRTM-Therapie der Nasenmuscheln:

Kontraindiziert ist die Behandlung bei Schwangeren, Patienten mit Herzinsuffizienz sowie schweren allgemeinen Erkrankungen.

Behandlungserfolg

Durch die Verkleinerung der Nasenmuschel wird die Nasenatmung meist deutlich verbessert. Die Erfolgsquote zur Verkleinerung der Nasenmuscheln mit der RaVoR™-Behandlung beträgt weit mehr als 90%. Die Toleranz der Behandlung durch die Patienten ist sowohl intra- als auch perioperativ ausgesprochen gut. Nach der RaVoR™-Behandlung vergrößerter Nasenmuscheln treten postoperativ meistens keine Schmerzen oder Komplikationen auf. Lediglich ein vorübergehendes Anschwellen der Nasenmuscheln und eine damit verbundene Obstruktion treten auf. Eine vollständige Abheilung erfolgt mehrere (drei bis vier) Wochen nach dem Eingriff. Verschlechtert sich die Nasenatmung durch eine erneute Gewebszunahme der Nasenmuscheln im Laufe der Zeit wieder, ist ein erneuter Eingriff möglich.

Schlaf-Apnoe-Syndrom

Konservative Behandlung

Eine Schlafapnoe muss in jedem Fall  behandelt werden. Das Ziel ist dabei die Normalisierung der Atmung durch Erweitern oder Offenhalten der verengten Atemwege und Unterstützung des Atemantriebes. Die Therapiemaßnahmen richten sich nach der individuellen Beeinträchtigung des Patienten und dem möglichen Nutzen der Methode. Gewöhnliches Schnarchen bedarf aus gesundheitlichen Gründen keiner gezielten Therapie und stellt keine Erkrankung dar, sofern es nicht mit Atemaussetzern einhergeht. Allerdings können sich auch hier Betroffene und leidtragende Partner über Behandlungsmöglichkeiten von ihrem HNO-Arzt beraten lassen.
Die Beachtung der Empfehlungen zur richtigen Schlafhygiene und eine Gewichtsabnahme können in einigen Fällen bereits zur Besserung und sogar zum Verschwinden von Schnarchen und Schlafapnoe führen, sodass keine weitere Behandlungsmaßnahmen erforderlich sind.

Richtige Schlafhygiene

Damit der Organismus sich nachts gut regenerieren kann, gilt es einiges zu beachten. Hierzu gehören Maßnahmen, die zu einer guten Schlafqualität verhelfen. Diese Maßnahmen werden Schlafhygiene genannt und verbessern Schlafqualität und Atmung - entsprechend sollten sie sowohl von Menschen, die schnarchen als auch von Patienten mit Schlafapnoe berücksichtigt werden:
 

  • Schlafen in Seitenlage: Am besten schläft man in Seitenlage. Denn Schlafen in Rückenlage begünstigt Schnarchen und Atemaussetzer. Um nachts in der Seitenlage zu bleiben und nicht wieder auf den Rücken zurück zu rollen, helfen ein kleines Kissen oder ein Stückchen Schaumstoff. Sie werden im Rücken platziert - sobald der Betreffende sich auf den Rücken legt, sorgt der unangenehme Druck dafür, dass er sich wieder auf die Seite dreht.
  • Erhöht schlafen: Wenn es mit der Seitenlage nicht klappen will, kann man sich auch durch eine erhöhte Lage des Oberkörpers behelfen. Dazu eignet sich der Einsatz von zwei dicken Kopfkissen oder eines speziell dafür gefertigten Schaumstoffkeils.
  • Ruhig und kühl: das Schlafzimmer sollte möglichst ruhig und kühl sein; ideal sind 14 bis 18 Grad Celsius. Zudem sollte für frische Luft gesorgt werden, Zugluft jedoch vermeiden.
  • Geregelte Bettzeiten: Es empfiehlt sich, möglichst regelmäßige Bettgehzeiten einzuhalten. Das stellt den Körper auf einen geregelten Schlaf-Wach-Rhythmus ein.
  • Kein Schlummertrunk: Alkohol entspannt die Muskeln und kann dazu führen, dass die Atemmuskeln noch mehr erschlaffen. Damit verstärkt sich das Schnarchen und die Häufigkeit der Atemstillstände kann zunehmen. Deshalb sollte zwei, noch besser drei Stunden vor dem Zubettgehen kein Alkohol mehr getrunken werden.
  • Abends "light": Das Abendessen sollte nicht zu schwer und nicht zu eiweißhaltig sein. Zudem sollte man nicht zu spät essen, da ansonsten die Schlafqualität zusätzlich leidet und es leichter zu Sodbrennen kommen kann.
  • Keine Beruhigungs- und Schlafmittel: Auf diese sollte verzichtet werden, da sie meist den Antrieb der Atmung vermindern.


Abnehmen


Übergewicht beeinträchtigt die Durchlässigkeit der Atemwege erheblich und erhöht die Häufigkeit der Atemstillstände. Eine Reduzierung des Körpergewichts hat entsprechend sehr positive Auswirkungen auf das Schnarchen und vor allem auch auf eine Schlafapnoe. Jedes Pfund weniger auf den Rippen wirkt wie ein Arzneimittel.
 

Weitere Maßnahmen

Nasenpflaster


Eine einfache Möglichkeit, weiche Nasenflügel mit Engstelle an der sog. Nasenklappe zu verringern, besteht in der Anwendung von Nasenpflastern, die den Nasenflügel außen stabilisieren.


Biss-Schiene & Co.


Zunächst kann ein Versuch mit Biss-Schienen, Zungenbinden oder Nasenpflastern gemacht werden. Diese Gerätschaften dienen dazu, die Atmung zu verbessern - indem beispielsweise die Zunge fixiert oder der Unterkiefer mit der sogenannten Esmarch-Schiene nach vorne verlagert wird. Gegen die Atemstörung an sich können sie nichts ausrichten. Bei leichter Schlafapnoe können Biss-Schiene & Co. jedoch ausprobiert werden. Die Wirksamkeit einer Unterkiefervorschubschiene als Behandlungsoption einer obstruktiven schlafbezogenen Atmungsstörung kann mit einer Testschiene, die "Diagnostische Unterkiefer-Protrusionsschiene" (DUP), geprüft werden.


Überdruckbeatmung (nCPAP-Maske)


Bei einer obstruktiven Schlafapnoe ist heute eine Überdruckbeatmung der Gold-Standard. Denn diese Behandlung ist vor allem bei erschlafften Rachenwänden die wirksamste Maßnahme und zeigt sehr gute Erfolge. Eine Reihe von Studien hat dies ebenso bereits belegt.

berdruckbeatmung cpap maske Die Überdruckbeatmung erfolgt mit Überdruck: Über eine Maske auf Mund und Nase oder auf der Nase alleine wird dem Patienten Raumluft mit einem leichten Überdruck zugeführt. Dadurch können die oberen Atemwege offen gehalten werden, denn der Überdruck verleiht ihnen von innen Festigkeit. In Folge ist die Atmung nicht mehr beeinträchtigt und die Atemstillstände verschwinden. Die Atemmaske muss jedoch die ganze und jede Nacht getragen werden. Für viele Patienten ist das nicht so einfach, da sie das Tragen der Maske als sehr belastend empfinden.

Doch die Mühsal lohnt sich: Die nCPAP-Behandlung, wie die Überdruckbeatmung von nasal Continous Positive Airway Pressure auch genannt wird, hat eine hohe Wirksamkeit. Da die nächtlichen Atemaussetzer ausbleiben, verbessert sich die Schlafqualität enorm. Die Patienten können sich nun im Schlaf wieder erholen und sind tagsüber nicht mehr müde. Ihre körperliche und geistige Leistungsfähigkeit steigt und mit ihr die Lebensqualität. Auch andere Begleiterscheinungen der Schlafapnoe, wie allen voran das Sodbrennen, werden deutlich verringert bis hin zum völligen Verschwinden.

Sauerstoffbehandlung

Die zusätzliche Gabe von Sauerstoff wird nur angewendet, wenn der Sauerstoffgehalt im Blut zu niedrig ist. Dies kann vorkommen, wenn zusätzlich zur Schlafapnoe Schädigungen der Lunge bestehen.

Medikamente

Bislang gibt es keine Arzneimittel, die sich in der Behandlung von Schlafapnoe als dauerhaft wirksam erweisen. So ist etwa bei Theophyllin, das zur Steigerung des Atemantriebs eingesetzt wird, die Wirksamkeit fraglich. Allerdings können die Begleitsymptome der Schlafapnoe erfolgreich mit Medikamenten behandelt werden. Dies betrifft vor allem Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen. Bei der Einnahme solcher Präparate sind jedoch nach intensiver Absprache mit dem Arzt stets Vor- und Nachteile abzuwägen - die Nebenwirkungen könnten sonst die Lebensqualität des Patienten unnötig weiter herabsetzen.

Operative Eingriffe beim HNO-Arzt

Sind anatomische Atemhindernisse die Ursache der Schlafapnoe, sind Operationen eine Behandlungsoption. Mit ihrer Hilfe lassen sich die Behinderungen in den Atemwegen beseitigen sowie erschlaffte Gewebe straffen. Heutzutage gibt es sowohl bei Auffälligkeiten im Nasen-Raum als auch im Rachen-Bereich schonende Operationstechniken, die häufig ambulant, d.h. ohne Klinikaufenthalt durchgeführt werden können. Lassen Sie sich diesbezüglich ausführlich von uns beraten.

Nasenoperation

Verkrümmungen der Nasenscheidewand, vergrößerte Nasenmuscheln, Wucherungen in der Nase oder Polypen können operativ behoben beziehungsweise entfernt werden. Zur Reduktion vergrößerter Nasenmuscheln bieten wir in unserer Praxis die Radiofrequenz-Volumen-ReduktionTM (RaVoRTM)- Therapie an.

Gaumen-Straffung mit RaVoR™ oder Laser-Therapie

Bei  der RaVoR™-Therapie wird mittels Radiowellen in einem schonenden Verfahren schlaffes Gewebe im Rachenraum, das für die lauten Atemgeräusche verantwortlich ist, wieder gestrafft. Diese sehr einfache, schnelle und fast schmerzfreie modernste Methode bieten wir in unserer Praxis als ambulante Schnarchtherapie unter örtlicher Betäubung an.

Eine andere Therapie ist die Lasermethode, bei der mit einem hoch energetischen Lichtstrahl schlaffes, überflüssiges Gewebe weggeschnitten wird. Diese Methode ist für den Patienten sehr schmerzhaft, der Eingriff zieht eine mehrwöchige Rekonvaleszenzzeit nach sich und verläuft allzu oft mit Komplikationen.

Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik (UPPP)

Beim UPPP-Verfahren wird zu weiche Gaumenmuskulatur gestrafft und das Gaumenzäpfchen gekürzt. Meist wird diese Operation mit einer Entfernung vergrößerter Mandel (Tonsillektomie) kombiniert. Voraussetzung für diese Operation sind keine oder nur wenige Atemaussetzer während des Schlafes, d.h. bei schwerer Schlafapnoe macht die UPPP keinen Sinn. Auch diese Methode ist für den Patienten sehr schmerzhaft, der Eingriff zieht eine mehrwöchige Rekonvaleszenzzeit nach sich und verläuft allzu oft mit Komplikationen. Allein durch die Schwere des Eingriffs ist die UPPP für den Patienten sehr traumatisch, zudem können später Probleme beim eventuellen Einsatz einer nCPAP-Maske auftreten.

Zungenoperation

In seltenen Fällen wird mittels Laser am hinteren Teil der Zunge ein Stück entfernt. Mithilfe dieser sogenannten Glossektomie vergrößert sich der Raum hinter der Zunge und die Atmung wird erleichtert.

Vorverlagerung des Kiefers

Durch das Durchtrennen des Kieferknochens lassen sich Ober- und Unterkiefer nach vorne verlagern. Damit erhalten die Atemwege mehr Raum und so eine bessere Durchlässigkeit. Dieser Eingriff zeigt gute Erfolge und empfiehlt sich bei einem zu kleinen oder zu weit hinten liegendem Kiefer.

Luftröhrenschnitt

Er ist die Ultima Ratio in schweren Fällen von Schlafapnoe, wenn alle anderen Maßnahmen keinen Erfolg gezeigt haben. Bei diesem Eingriff wird die Luftröhre aufgeschnitten und ein Schlauch durch die Öffnung eingeführt. Er bleibt geschlossen, wenn der Patient wach ist. So kann er normal sprechen und über die oberen Atemwege atmen. Sobald der Patient sich zum Schlafen begibt, wird der Schlauch geöffnet. Der eingeatmete Luftstrom kann so die Blockaden der oberen Atemwege überwinden und direkt zu den Lungen gelangen.
Dieses Bypass-Verfahren ist zwar wirksam gegen Schlafapnoe, beeinträchtigt die Lebensqualität des Patienten jedoch ganz erheblich.

Behandlung durch den Neurologen

Vorgehen bei zentral bedingter Schlafapnoe

Eine zentral bedingte Schlafapnoe behandelt der HNO-Arzt nicht, sondern überweist den Patienten an einen Neurologen oder Internisten.

Ambulante Schnarchoperation

Schnarchen ist ein weltweit verbreitetes Problem. Meist ist Schnarchen jedoch keine Krankheit, sondern nur die lästige Folge einer Veränderung bzw. Vergrößerung des Gaumens oder der Nasenmuscheln durch überschüssiges Gewebe.
Wenn man sich im Schlaf entspannt, entspannt sich auch der hintere Gaumen. Er fällt dabei etwas zusammen. Dadurch entsteht bei einem vergrößerten Gaumen ein Engpass für die Atemluft. Das "Gaumensegel", der hintere Bereich des Mundes, und das „Zäpfchen“ fangen an zu vibrieren, sobald Luft die verengten Atemwege durchströmt. Diese Vibrationen erzeugen das Schnarchgeräusch. Allein in Deutschland sind, je nach Schätzung, zwischen 10% und 20% der gesamten Bevölkerung, d.h. etwa 8 - 12 Mio. Menschen betroffen. Damit ist es ein Volksleiden. Immer noch wird Schnarchen oft genug belächelt oder es wird zum Gegenstand von "nett" gemeinten Späßen. Schnarchen kann aber auch zur Belastungsprobe für die Betroffenen und deren Partner werden.

Die meisten Betroffenen wussten bisher gar nicht, dass ihnen in bis zu 80% der Fälle sehr einfach, schnell und fast schmerzfrei durch die modernste und schonendste Methode der Schnarchtherapie, die RaVoR™-Therapie, geholfen werden kann.

In unserer Praxis bieten wir die RaVoR™-Therapie an

RaVoR™ steht für Radiofrequenz-Volumen-Reduktion und beschreibt sehr treffend diese Behandlungsmethode. Das Ziel bei Behandlung von sozial störendem Schnarchen ist es, möglichst schonend den Luftweg zu erweitern und das Gaumensegel zu straffen. Dieses Ziel erreicht man am besten durch gezieltes, kurzes und punktuelles Erhitzen von Gewebe mittels Radiofrequenz-Energie.

RaVoR am weichen GaumenDazu wird bei dem ambulanten Eingriff die von einem Radiofrequenz-Generator erzeugte Energie mittels speziell entwickelter Sonden in das Gewebe des Gaumensegels eingeleitet. Sie bewirkt dort, ohne Verbrennungen an der Schleimhaut zu verursachen, eine örtlich begrenzte Läsion durch Erwärmung. Das wärmebehandelte Gewebe wird vom körpereigenen Immunsystem abgebaut, was zur Bildung eines Narbengewebes im weichen Gaumen und damit zur Straffung in diesem Bereich führt. Bis sich dieser Effekt positiv auswirkt, können einige Wochen vergehen. Nachdem die Straffung eingesetzt hat, kann die Luft wieder freier den Rachen durchströmen und häufig nehmen die Schnarchgeräusche deutlich ab oder verschwinden. 

Gelegentlich kann für ein optimales Ergebnis eine zweite, selten eine dritte Behandlung nötig werden, um ein optimales Ergebnis zu erreichen.

Vorteile der RaVoR™-Therapie:

  • Der gesamte Eingriff erfolgt ambulant und unter örtlicher Betäubung.
  • Die örtliche Betäubung erfolgt durch lokale Anästhesie des weichen Gaumens, indem dieser mit einem Betäubungsspray eingesprüht und nach kurzer Pause an 3–5 Stellen mit einem Anästhetikum infiltriert wird.
  • Der eigentliche Eingriff dauert etwa 15 - 20 Minuten und ist für den Patienten fast schmerzfrei. Danach kann der Patient sofort und selbstständig die Praxis verlassen.
  • Eine Krankschreibung nach dem Eingriff oder gar der Aufenthalt in einer Klinik ist üblicherweise nicht nötig!

Gibt es Alternativen zur RaVoR™-Therapie?

Alternativen zur RaVoR™-Therapie sind die UPPP, die LAUP sowie verschiedene mechanische Hilfsmittel.

  • Uvulapaletopharyngoplastik (UPPP)

Sie ist immer noch die häufigste operative Schnarchtherapie. Es handelt sich um eine unter Vollnarkose durchgeführte Operation. Dabei wird ein Stück des Gaumensegels ausgeschnitten und das Zäpfchen gekappt. Diese Methode ist für den Patienten sehr schmerzhaft, der Eingriff zieht eine mehrwöchige Rekonvaleszenzzeit nach sich und verläuft allzu oft mit Komplikationen. Allein durch die Schwere des Eingriffs ist die UPPP für den Patienten sehr traumatisch, zudem können später Probleme beim eventuellen Einsatz einer CPAP-Maske auftreten.

  • Laser Assisted Uvulaplasty (LAUP)

Eine weitestgehend mit der UPPP identische Methode. Der Eingriff wird jedoch mit dem Laser durchgeführt. Sie birgt im Wesentlichen die gleichen Risiken, Vor- und Nachteile für den Arzt und für die Patienten.

  • Mechanische Hilfsmittel

Neben den genannten zwei Eingriffen werden noch eine Reihe mechanischer Hilfsmittel zur Behandlung von Schnarchen eingesetzt (z.B. die Mundschiene oder ein einfaches Nasenpflaster). Die Aufgabe solcher Mittel besteht immer darin, die Atemwege möglichst weit offen zu halten.

Was sind die Vorteile der RaVoR™-Therapie gegenüber dem Laser?

Der große Vorteil der RaVoR™-Therapie gegenüber dem Laser ist die Gewebefreundlichkeit, da es nur zu einer minimalen Hitzeeinwirkung im benachbarten Gewebe kommt. Dies erhöht die chirurgische Präzision, verkürzt die postoperative Heilungsphase und verursacht nach dem Eingriff praktisch keine Schmerzen. Ein weiterer Vorteil ist die im Vergleich zur Lasertherapie gefahrlose Anwendung am Patienten (z. B. keine Gefahr von Augenschäden). Die Gewebeschwellung nach der Behandlung ist gering. Die RaVoR™-Chirurgie ist schnell - sicher - patientenfreundlich und eignet sich daher in besonderem Maß für ambulante Operationen.

Indikationen und Patientenselektion - komme ich für die RaVoR™-Therapie infrage?

Patienten, bei denen die Obstruktion primär im Bereich des weichen Gaumens liegt, sind für die RaVoR™-Therapie geeignet. Häufig findet sich bei diesen Patienten auch eine behinderte Nasenatmung, sodass auch die Nasenmuscheln durch die RaVoR™-Therapie verkleinert werden sollten. Gelegentlich ist eine trapezförmige Aufspannung des hinteren Gaumenbogens und/oder eine Vergrößerung der Zungengrundmandeln zu beobachten. Diese Veränderungen können auch behandelt werden.

Wenn Sie "nur" regelmäßig und laut schnarchen, ist diese Therapie für Sie wahrscheinlich die richtige! Manchmal ist Schnarchen allerdings auch Folge einer wirklichen Erkrankung – zum Beispiel, wenn nachts mehrmals pro Stunde die Atmung aussetzt. In diesem Fall liegt eine so genannte obstruktive Schlafapnoe vor. Sie bewirkt Sauerstoffmangel im Schlaf, der sich negativ auf den gesamten Organismus, insbesondere Herz- und Kreislaufsystem, auswirkt. Dann sind gegebenenfalls weitere Behandlungsschritte notwendig. Nur Ihr HNO-Arzt kann dies sicher beurteilen.

Vertrauen Sie deshalb uns, eine sichere Diagnose zu stellen und die richtige Therapie einzuleiten.

Kontraindikationen für die RaVoR™-Therapie

  • Patienten mit einem manifesten mittleren bis schweren Schlafapnoe-Syndrom (Hypopnoe-Apnoe-Index ≥ 30) sind für die RaVoR™-Therapie nicht geeignet. Diese Patienten werden einer alternativen Therapie, z.B. Überdruckbeatmung, zugewiesen.
  • Kontraindiziert ist auch die Behandlung bei Schwangeren, Patienten mit Herzinsuffizienz sowie schweren allgemeinen Erkrankungen.

Welche Nebenwirkungen sind zu erwarten?

Nach dem Eingriff können einige Tage leichte bis mittlere Schmerzen im Mund-Rachen-Raum entstehen, die jedoch wieder abklingen bzw. mit Schmerzmitteln effektiv behandelt werden können. Üblicherweise auftretende leichte Schwellungen am Gaumen verschwinden nach wenigen Tagen. Der Heilungsverlauf wird in den notwendigen ambulanten Nachuntersuchungen in unserer Praxis kontrolliert.

Kopfschmerzen

Gerade bei chronischen Kopfschmerzen oder Migräne, bei denen die klassische Schulmedizin nicht immer weiterhilft, eignet sich die Naturheilkunde. Aus diesem Grunde bieten wir in unserer HNO-Praxis neben der Ohrakupunktur die Neuraltherapie an.

 
Ohrkupunktur


Ohrkupunktur 
kann bei chronischen Kopfschmerzen und bei Migräne hilfreich sein. Bei einem Teil der Patienten geht die Anzahl der Anfälle zurück, und die Kopfschmerzstärke kann abnehmen. Erfahrungsberichte von Patienten und Ärzten legen nahe, dass Akupunktur wirklich Erleichterung verschaffen kann.


Neuraltherapie


Die Neuraltherapie verwendet zur Erzielung Ihrer Heilwirkung Lokalanästhetika wie Procain. Hierbei wird das therapeutische Lokalanästhetikum durch Injektionen und Infiltrationen in das Kopfschmerz auslösende Segment gegeben. Da Schmerzen jedoch nicht nur auf ein Segment lokalisiert, sondern auch durch typische Störfelder verursacht sein können, werden diese in die Therapie mit einbezogen.
Störfelder sind Gaumenmandeln, Nasennebenhöhlen, Zahn-Kiefer-Bereich, Prostata, gynäkologischer Raum, Narben aller Art. Durch Ausschaltung eines Störfeldes mittels Lokalanästhetika wird die schädigende Wirkung auf die Regulationsfähigkeit des Organismus unterbrochen und ermöglicht somit die Ausheilung der Erkrankung.

Procain hat im Gegensatz zu den meisten Schmerzmitteln keine Abbauprodukte, die die Leber oder  Nieren belasten. Im Gegenteil, die Abbauprodukte von Procain sind nützlich und verbessern die Durchblutung sowie den Lymphabfluss. Procain kann deshalb auch als Infusion gegeben werden, z.B. bei generalisierten Schmerzerkrankungen. Auf Grund der o.g. Eigenschaften besitzt das Procain direkte antientzündliche und abschwellende Eigenschaften, was es z.B. bei Schmerzen zum idealen Therapeutikum macht. Ein weiterer wesentlicher Effekt, der für die langanhaltende Wirkung der Schmerzreduktion bzw. Befreiung verantwortlich ist, besteht in dem Löschen des Schmerzgedächtnisses. Es handelt sich hierbei nicht um unser bewusstes Gedächtnis für Ereignisse sondern um die "unbewusste Körpererinnerung".



Kopfschmerzen ohne Medikamente lindern


Auch wenn die Wirksamkeit dieser Tipps nicht in Studien nachgewiesen ist, helfen sie doch vielen Kopfschmerzgeplagten.


Entspannung, Ablenkung

  • Spaziergang an der frischen Luft
  • kurzer Rückzug in ein ruhiges, abgedunkeltes Zimmer
  • Entspannungsübungen (Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Qigong, Feldenkrais,  autogenes Training, Atemübungen)


Behandlung mit Kälte oder Wärme

  • Kalte Umschläge (vor allem bei Stirnkopfschmerzen): Kaltes Tuch oder Coldpack für eine Minute auf schmerzende Stelle legen, dann drei Minuten Pause. Bis zu dreimal wiederholen.
  • Warme Umschläge auf den Nacken bei Kopfschmerzen im Hinterkopf und Verspannung der Nackenmuskulatur.
  • Warm-kalte Fußdusche: Duschen Sie Ihre Füße und Unterschenkel drei bis fünf Minuten lang mit warmem Wasser. Danach für etwa zehn Sekunden kalt abduschen. Dreimal wiederholen.
  • Warmes Vollbad für zehn bis zwanzig Minuten. Aromazusätze zur Entspannung: Orangenblüte, Bergamotte.


Kopfmassage

  • Massage der Schläfen mit Pfefferminzöl.
  • Massage der Schläfen: Mittelfinger und Zeigefinger auf die Schläfen legen und mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen mindestens fünf Minuten lang massieren.
  • Massage der Stirn: Zeigfinger und Mittelfinger auf die Stirn legen und drei bis fünf Minuten lang die Stirn massieren.
  • Eiswürfelmassage der schmerzenden Kopfstellen (gut bei Migräne).


Großmutters Hausmittel

  • Eine Tasse sehr starken Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone trinken oder eine Zitronenscheibe zum Kaffee lutschen.
  • Gönnen Sie sich Ruhe und Ablenkung.



Behandlung von akuten Spannungskopfschmerzen

Oft reicht es, einige Entspannungsübungen zu machen, kalte Kompressen aufzulegen oder ein warmes Bad zu nehmen. Auch Ablenkung und Spazierengehen können helfen. Medikamente sollte man so selten und so wenig wie möglich einnehmen.
Wenn Kopfschmerzmedikamente eingenommen werden, dann sollten beispielsweise Paracetamol (500–1000 mg) oder Acetylsalicylsäure (500–1000 mg) eingenommen werden.
Spezielle Migränemittel (z. B. Zomig®, Imigran®) nützen beim Spannungskopfschmerz nichts und sollten daher nicht eingenommen werden. Anfällen von Spannungskopfschmerzen kann man durch regelmäßige Entspannungsübungen und leichtes körperliches Training vorbeugen.


Behandlung eines Migräneanfalls

Medikamente gegen Migräne

Wichtig: Bei Migräne sollten die Medikamente so früh wie möglich eingenommen werden, denn dann wirken sie am besten.


Leichter bis mittelschwerer Anfall

  • Bei Erbrechen oder Übelkeit: Paspertin® (Zäpfchen, Tropfen oder Tablette) einnehmen und 15 Minuten warten.
  • Dann ein Schmerzmedikament mit einem der folgenden Wirkstoffe einnehmen:
  • Paracetamol 1000 mg als Brausetablette oder Zäpfchen
  • Acetylsalicylsäure 1000 mg als Brausetablette
  • Ibuprofen 400–600 mg
  • Migraeflux® (eine Kombination von Schmerzmedikament und Mittel gegen Erbrechen)


Speziell bei Migräne mit Aura: Alle diese Medikamente sollten schon möglichst während der Aura eingenommen werden. Nicht warten, bis die Kopfschmerzen schon da sind.


Schwerer Migräneanfall


Triptane* als Nasenspray, Tabletten oder unter die Haut gespritzt      


Speziell bei Migräne mit Aura: Triptane* sollten erst eingenommen werden, wenn die Kopfschmerzen auftreten, und nicht schon während der Aura. Sie wirken nur gegen Migränekopfschmerzen und Übelkeit. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl können trotz der Einnahme dieser Medikamente weiter bestehen.


Medikamente zur Vorbeugung


Betablocker, Kalziumantagonisten, Antidepressiva, Magnesium 400 – 600 mg pro Tag, Vitamin B2, Co-Enzym Q. Bei Frauen mit Migräne während der Periode können auch Hormontabletten oder Östrogenpflaster vorbeugend wirken.


Vorbeugung mit Medikamenten ist in folgenden Fällen sinnvoll:

  • Bei mehr als drei schweren Anfällen pro Monat.
  • Bei sehr langen Anfällen, die 48 Stunden und mehr dauern.
  • Wenn die Schmerzen zu Invalidisierung führen.
  • Wenn Kopfschmerzmedikamente oder Migränemittel nicht helfen.


Welches ist das beste Medikament bei Migräne?


Man kann bis heute noch nicht zuverlässig voraussagen, welches Medikament bei welcher Person am besten wirkt. Das beste Medikament ist dasjenige, welches Ihnen bei Ihnen wirkt und hilft.
Zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eignet sich z. B. Aspirin® oder Paracetamol®. Wirken diese gut therapieren, dann sind dies die richtigen Medikamente für Sie.
Wenn diese Kopfschmerzmittel nicht wirken oder wenn Sie diese nicht nehmen dürfen, dann sind spezielle Migränemittel („Triptane“) nötig.
Die speziellen Migränemittel haben den Vorteil, dass sie auch gegen Übelkeit und Erbrechen nützen. Sie beeinflussen allerdings andere Symptome wie Müdigkeit oder Erschöpfung nicht. Vorsicht ist geboten bei hohem Blutdruck oder Herzkrankheit.


Kopfschmerzmedikamente: Vorsicht Abhängigkeit!


Sie sollten Kopfschmerzmedikamente und Triptane (Migränemittel) nie länger als drei Tage hintereinander und nie häufiger als an zehn Tagen pro Monat nehmen. Zu häufige Einnahme und zu hohe Dosen können zu Abhängigkeit und Medikamentenkopfschmerzen führen.
 

Um festzustellen, ob Ihr Kopfschmerz durch Medikamente verursacht wird, können Sie hier einen Test durchführen:
 

  • Haben Sie täglich Kopfschmerzen?   Ja,     Nein
  • Behandeln Sie Ihre Kopfschmerzen mit Migränemitteln oder Kopfschmerzmitteln?   Ja,     Nein
  • Nehmen Sie diese Mittel täglich oder fast täglich?   Ja,     Nein


Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantwortet haben, dann ist Ihr Kopfschmerz möglicherweise durch die Medikamente verursacht. Wenden Sie sich unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.


Ihr persönliches Kopfschmerztagebuch


Ein Kopfschmerzkalender hilft nicht nur bei der Diagnose der Kopfschmerzen, sondern Sie können damit auch Auslöser gezielt erkennen. Im Internet gibt es zahlreiche Kopfschmerztabellen und -kalender, zum Beispiel bei der DMKG.


Darin kann man unter anderem Folgendes festhalten:


  • Wann traten die Kopfschmerzen auf? Wie lange dauerten sie? Wie stark waren sie?
  • Hatten Sie vorher Anzeichen einer Aura?
  • Traten gleichzeitig Übelkeit, Lichtscheu, Sehstörungen, Lärmempfindlichkeit oder andere  Begleitsymptome auf?
  • Was war vor dem Anfall? Was könnte ihn ausgelöst haben? Was haben Sie gegessen?
  • Haben Sie sich körperlich angestrengt? Fühlten Sie sich gestresst?
  • In welchem Zyklusabschnitt treten die Anfälle auf? Nehmen Sie gleichzeitig Hormone?
  • Welche Medikamente haben Sie gegen die Schmerzen genommen? Wie gut haben diese geholfen?


Migräne vorbeugen


Migräneanfällen kann man vorbeugen, „geheilt“ wird die Migräne dadurch jedoch nicht. Mit Medikamenten und einigen vorbeugenden Maßnahmen kann man aber erreichen, dass die Attacken seltener oder weniger schmerzhaft werden.


Finden Sie heraus, was Ihre Migräne auslöst, und versuchen Sie, diese Migräneauslöser zu vermeiden. Was Ihre Migräne auslöst, finden Sie am besten mit einem Kopfschmerztagebuch heraus.


Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus: Auch am Wochenende und in den Ferien sollten Sie immer etwa zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen.


Wenn Sie an einem zu hohen Blutdruck leiden, so sollte dieser behandelt und auf normale Werte gebracht werden.


Tägliche Entspannungsübungen und leichtes Ausdauertraining sind sehr erfolgversprechend. Allerdings ist es wichtig, dass Sie mindestens drei- bis viermal pro Woche etwa 30 Minuten so trainieren, dass Sie leicht ins Schwitzen kommen.

Einigen Patienten hilft Akupunktur.


Folgende Medikamente helfen vorbeugend: Betablocker, Kalziumantagonisten, gewisse Antidepressiva, Magnesium (400–600 mg pro Tag), Vitamin B2, Co-Enzym Q. Diese Medikamente verringern die Anzahl und die Schwere der Migräneanfälle. Etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten haben damit bedeutend weniger Migräneanfälle. Die Mittel nützen allerdings nur, wenn sie regelmäßig und über längere Zeit eingenommen werden.


Therapie der chronischen Kopfschmerzen


Die wirksamste Therapie bei chronischen Kopfschmerzen ist eine Kombination aus vorbeugenden Medikamenten, Stressbewältigungstraining und Entspannungsübungen. Dies haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Die Therapie der chronischen Kopfschmerzen ist allerdings schwierig und braucht viel Geduld. Erste Erfolge zeigen sich oft erst nach Wochen, und die Kopfschmerzen werden meist nur etwas schwächer, vergehen aber nicht ganz.
Als Medikamente werden Antidepressiva eingesetzt. Antidepressiva erhöhen die Schmerzschwelle und verändern die Schmerzempfindung, sodass Kopfschmerzanfälle seltener und weniger stark werden. Andere Kopfschmerzmedikamente und Triptane (Migränemittel) sollten bei chronischen Kopfschmerzen so selten wie möglich genommen werden.


Chronischer Medikamentenkopfschmerz


Wer zu viele oder zu oft Kopfschmerzmedikamente nimmt, wird mit der Zeit von ihnen abhängig. Der Körper gewöhnt sich an die vielen Medikamente und reagiert mit Kopfschmerzen, sobald man keine Tabletten mehr nimmt. Dies verleitet dazu, immer öfter und immer mehr Tabletten einzunehmen. Im Extremfall hat man trotz der Medikamente Kopfschmerzen. Die einzige Möglichkeit, den Medikamentenkopfschmerz zu behandeln, ist der Medikamentenentzug. Dies kann nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden, entweder ambulant oder stationär in einem Krankenhaus. Jegliche Therapie von Medikamentenkopfschmerzen ist sinnlos, solange noch Schmerzmittel oder Triptane (Migränemittel) eingenommen werden.