Tinnitus

Quälender Tinnitus Quälender Tinnitus

Die Behandlung von Ohrgeräuschen richtet sich nach dem zeitlichen Krankheitsverlauf. Den wichtigsten Stellenwert nimmt dabei die Beseitigung der Ursache ein, wenn diese zu ermitteln ist.

Akuter Tinnitus

Bei akutem Tinnitus (definitionsgemäß ab Beschwerdebeginn bis innerhalb der ersten 3 Monate) geben wir Tabletten und führen eine Infusionstherapie durch. Das Ziel ist, dass das störende Ohrgeräusch beseitigt oder deutlich gemindert wird. Die medikamentöse Therapie geht, wie auch beim Hörsturz, davon aus, dass der Tinnitus durch eine Minderdurchblutung des Innenohres bedingt ist. In Tablettenform verabreichte Medikamente oder Infusionen mit Substanzen, die die Rheologie (Fließeigenschaften des Blutes) verändern, sind hier geeignet.

Zusätlich zu dieser klassischen Therapie bieten wir in unserer Praxis eine neue Therapieoption, die intratympanale Kortikoidtherapie, an. Die durchblutungsfördernde Infusionstherapie kann in ihrer Wirkung durch dieses schonende und sichere Verfahren erheblich verbessert werden. Studien zeigten, dass durch eine kombinierte Anwendung der durchblutungsfördernden Infusionstherapie und Mittelohrinjektion eine schnellere und bessere Genesung erzielt werden kann. Ist der Beginn des Tinnitus bereits einige Zeit her (ca. 4 -8 Wochen), kann man immer noch bei 30 Prozent der Fälle den Tinnitus im Vergleich zur Standardtherapie mindern.
 

Durchführung der intratympanalen Kortikoidtherapie:
Nach örtlicher Betäubung des Gehörganges erfolgt eine Injektion durch das Trommelfell ins Mittelohr. Als Nebenwirkung tritt gelegentlich kurzzeitiger Schwindel auf. Danach lässt man das so applizierte Medikament 20 Minuten einwirken. Nach dem Aufrichten läuft jetzt das Medikament über den normalen Weg der Ohrtrompete ab.

Risiken der intratympanalen Kortikoidtherapie:
In allen bisher durchgeführten Studien kam es zu keinen schwerwiegenden Nebenwirkungen. Da das Kortison nicht in die Blutbahn gelangt, sind die bekannten Nebenwirkungen des Medikaments auch nicht vorhanden.

Zusätzlich zu dieser klassischen Schulmedizin bieten wir die Neuraltherapie, eines der bekanntesten Naturheilverfahren, an. Die Kombinationstherapie aus Infusionstherapie und Neuraltherapie erhöht deutlich die Erfolgsrate. Dabei ist ein frühzeitiger Therapiebeginn entscheidend.

Bei Ginkgo biloba (Inhaltsstoffe des Ginkgobaumes) gehen die Expertenmeinungen auseinander. Ginkgo verändert die Fließeigenschaften des Blutes und fördert die Durchblutung. Es gibt Studien, die auf eine positive Wirkung bei Tinnitus hindeuten, wie auch Studien, die keine positiven Effekte fanden.
Es existiert eine ganze Fülle von weiteren Maßnahmen oder Wirkstoffen in Pillen, Pulvern und Tropfen, die bei Tinnitus von ihren Herstellern empfohlen werden, jedoch fehlt hier bisher jeglicher Wirksamkeitsbeleg. Ist der Tinnitus mit Schwindelanfällen wie z. B. beim Ménière-Syndrom verbunden, können Medikamente mit Betahistin hilfreich sein.

Subakuter Tinnitus

Bei Patienten mit einem subakuten Tinnitus (definitionsgemäß, wenn der Zeitraum länger als drei Monate, aber kürzer als 6 Monate beträgt) steht – sofern noch nicht vollständig erfolgt – die sorgfältige Diagnostik und umfassende Beratung des Patienten im Vordergrund. Folgende Punkte müssen auf eine mögliche Wirksamkeit hin geprüft werden:
 

  • Ausgleich einer Schwerhörigkeit mittels Hörgerät.
  • Anpassung eines sogenannten "Noisers", der im vom Tinnitus betroffenen Ohr getragen wird und ein dauerhaftes Rauschen einspielt, um so zu einer Tinnitusgewöhnung beizutragen.
  • Meiden von tinnitusverstärkenden Faktoren, z. B. von Lärm.
  • Entspannungstraining.
  • ggf. Behandlung der Halswirbelsäule.
  • ggf. Behandlung des Kiefergelenkes.


Chronischer Tinnitus

Die Therapie von Patienten mit einem chronischen Tinnitus (definitionsgemäß ab 6 Monate seit dem Beschwerdebeginn) hängt vom individuellen Leidensdruck ab.
Leidet der Patient massiv unter seinem Tinnitus, d.h. sind Auswirkungen auf alle Lebensbereiche (Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Arbeitsunfähigkeit, Angstzustände, Depressivität usw.) festzustellen, so wird das sogenannte Tinnitus-Retraining als wirkungsvolle Methode empfohlen. Das Training hilft dem Patienten dabei, sich wieder auf äußere Geräusche zu konzentrieren und dem eigenen Tinnitus immer weniger Beachtung zu schenken. Das Retraining setzt die aktive Mitarbeit durch den Betroffenen voraus und kann ambulant oder stationär (wenn durch die entsprechende Krankenkasse genehmigt) durchgeführt werden.


Wichtige Adressen
Deutsche Tinnitus-Liga e.V.
Postfach 210351
42353 Wuppertal
Tel. 0202-246520
Fax 0202 2465220
Internet: http://www.tinnitus-liga.de
E-mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots gesch√ľtzt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.