Kopfschmerzen

Kopfschmerzen Kopfschmerzen

Gerade bei chronischen Kopfschmerzen oder Migräne, bei denen die klassische Schulmedizin nicht immer weiterhilft, eignet sich die Naturheilkunde. Aus diesem Grunde bieten wir in unserer HNO-Praxis neben der Ohrakupunktur die Neuraltherapie an.

 
Ohrkupunktur


Ohrkupunktur
kann bei chronischen Kopfschmerzen und bei Migräne hilfreich sein. Bei einem Teil der Patienten geht die Anzahl der Anfälle zurück, und die Kopfschmerzstärke kann abnehmen. Erfahrungsberichte von Patienten und Ärzten legen nahe, dass Akupunktur wirklich Erleichterung verschaffen kann.


Neuraltherapie


Die Neuraltherapie verwendet zur Erzielung Ihrer Heilwirkung Lokalanästhetika wie Procain. Hierbei wird das therapeutische Lokalanästhetikum durch Injektionen und Infiltrationen in das Kopfschmerz auslösende Segment gegeben. Da Schmerzen jedoch nicht nur auf ein Segment lokalisiert, sondern auch durch typische Störfelder verursacht sein können, werden diese in die Therapie mit einbezogen.
Störfelder sind Gaumenmandeln, Nasennebenhöhlen, Zahn-Kiefer-Bereich, Prostata, gynäkologischer Raum, Narben aller Art. Durch Ausschaltung eines Störfeldes mittels Lokalanästhetika wird die schädigende Wirkung auf die Regulationsfähigkeit des Organismus unterbrochen und ermöglicht somit die Ausheilung der Erkrankung.

Procain hat im Gegensatz zu den meisten Schmerzmitteln keine Abbauprodukte, die die Leber oder  Nieren belasten. Im Gegenteil, die Abbauprodukte von Procain sind nützlich und verbessern die Durchblutung sowie den Lymphabfluss. Procain kann deshalb auch als Infusion gegeben werden, z.B. bei generalisierten Schmerzerkrankungen. Auf Grund der o.g. Eigenschaften besitzt das Procain direkte antientzündliche und abschwellende Eigenschaften, was es z.B. bei Schmerzen zum idealen Therapeutikum macht. Ein weiterer wesentlicher Effekt, der für die langanhaltende Wirkung der Schmerzreduktion bzw. Befreiung verantwortlich ist, besteht in dem Löschen des Schmerzgedächtnisses. Es handelt sich hierbei nicht um unser bewusstes Gedächtnis für Ereignisse sondern um die "unbewusste Körpererinnerung".



Kopfschmerzen ohne Medikamente lindern


Auch wenn die Wirksamkeit dieser Tipps nicht in Studien nachgewiesen ist, helfen sie doch vielen Kopfschmerzgeplagten.


Entspannung, Ablenkung
  • Spaziergang an der frischen Luft
  • kurzer Rückzug in ein ruhiges, abgedunkeltes Zimmer
  • Entspannungsübungen (Muskelentspannung nach Jacobson, Yoga, Qigong, Feldenkrais,  autogenes Training, Atemübungen)

Behandlung mit Kälte oder Wärme
  • Kalte Umschläge (vor allem bei Stirnkopfschmerzen): Kaltes Tuch oder Coldpack für eine Minute auf schmerzende Stelle legen, dann drei Minuten Pause. Bis zu dreimal wiederholen.
  • Warme Umschläge auf den Nacken bei Kopfschmerzen im Hinterkopf und Verspannung der Nackenmuskulatur.
  • Warm-kalte Fußdusche: Duschen Sie Ihre Füße und Unterschenkel drei bis fünf Minuten lang mit warmem Wasser. Danach für etwa zehn Sekunden kalt abduschen. Dreimal wiederholen.
  • Warmes Vollbad für zehn bis zwanzig Minuten. Aromazusätze zur Entspannung: Orangenblüte, Bergamotte.


Kopfmassage

  • Massage der Schläfen mit Pfefferminzöl.
  • Massage der Schläfen: Mittelfinger und Zeigefinger auf die Schläfen legen und mit leichtem Druck und kreisenden Bewegungen mindestens fünf Minuten lang massieren.
  • Massage der Stirn: Zeigfinger und Mittelfinger auf die Stirn legen und drei bis fünf Minuten lang die Stirn massieren.
  • Eiswürfelmassage der schmerzenden Kopfstellen (gut bei Migräne).

Großmutters Hausmittel
  • Eine Tasse sehr starken Kaffee mit dem Saft einer halben Zitrone trinken oder eine Zitronenscheibe zum Kaffee lutschen.
  • Gönnen Sie sich Ruhe und Ablenkung.


Behandlung von akuten Spannungskopfschmerzen

Oft reicht es, einige Entspannungsübungen zu machen, kalte Kompressen aufzulegen oder ein warmes Bad zu nehmen. Auch Ablenkung und Spazierengehen können helfen. Medikamente sollte man so selten und so wenig wie möglich einnehmen.
Wenn Kopfschmerzmedikamente eingenommen werden, dann sollten beispielsweise Paracetamol (500–1000 mg) oder Acetylsalicylsäure (500–1000 mg) eingenommen werden.
Spezielle Migränemittel (z. B. Zomig®, Imigran®) nützen beim Spannungskopfschmerz nichts und sollten daher nicht eingenommen werden. Anfällen von Spannungskopfschmerzen kann man durch regelmäßige Entspannungsübungen und leichtes körperliches Training vorbeugen.


Behandlung eines Migräneanfalls

Medikamente gegen Migräne

Wichtig: Bei Migräne sollten die Medikamente so früh wie möglich eingenommen werden, denn dann wirken sie am besten.


Leichter bis mittelschwerer Anfall
  • Bei Erbrechen oder Übelkeit: Paspertin® (Zäpfchen, Tropfen oder Tablette) einnehmen und 15 Minuten warten.
  • Dann ein Schmerzmedikament mit einem der folgenden Wirkstoffe einnehmen:
  • Paracetamol 1000 mg als Brausetablette oder Zäpfchen
  • Acetylsalicylsäure 1000 mg als Brausetablette
  • Ibuprofen 400–600 mg
  • Migraeflux® (eine Kombination von Schmerzmedikament und Mittel gegen Erbrechen)


Speziell bei Migräne mit Aura: Alle diese Medikamente sollten schon möglichst während der Aura eingenommen werden. Nicht warten, bis die Kopfschmerzen schon da sind.


Schwerer Migräneanfall


Triptane* als Nasenspray, Tabletten oder unter die Haut gespritzt      


Speziell bei Migräne mit Aura: Triptane* sollten erst eingenommen werden, wenn die Kopfschmerzen auftreten, und nicht schon während der Aura. Sie wirken nur gegen Migränekopfschmerzen und Übelkeit. Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Krankheitsgefühl können trotz der Einnahme dieser Medikamente weiter bestehen.


Medikamente zur Vorbeugung


Betablocker, Kalziumantagonisten, Antidepressiva, Magnesium 400 – 600 mg pro Tag, Vitamin B2, Co-Enzym Q. Bei Frauen mit Migräne während der Periode können auch Hormontabletten oder Östrogenpflaster vorbeugend wirken.


Vorbeugung mit Medikamenten ist in folgenden Fällen sinnvoll:
  • Bei mehr als drei schweren Anfällen pro Monat.
  • Bei sehr langen Anfällen, die 48 Stunden und mehr dauern.
  • Wenn die Schmerzen zu Invalidisierung führen.
  • Wenn Kopfschmerzmedikamente oder Migränemittel nicht helfen.

Welches ist das beste Medikament bei Migräne?


Man kann bis heute noch nicht zuverlässig voraussagen, welches Medikament bei welcher Person am besten wirkt. Das beste Medikament ist dasjenige, welches Ihnen bei Ihnen wirkt und hilft.
Zur Behandlung leichter bis mäßig starker Schmerzen eignet sich z. B. Aspirin® oder Paracetamol®. Wirken diese gut therapieren, dann sind dies die richtigen Medikamente für Sie.
Wenn diese Kopfschmerzmittel nicht wirken oder wenn Sie diese nicht nehmen dürfen, dann sind spezielle Migränemittel („Triptane“) nötig.
Die speziellen Migränemittel haben den Vorteil, dass sie auch gegen Übelkeit und Erbrechen nützen. Sie beeinflussen allerdings andere Symptome wie Müdigkeit oder Erschöpfung nicht. Vorsicht ist geboten bei hohem Blutdruck oder Herzkrankheit.


Kopfschmerzmedikamente: Vorsicht Abhängigkeit!


Sie sollten Kopfschmerzmedikamente und Triptane (Migränemittel) nie länger als drei Tage hintereinander und nie häufiger als an zehn Tagen pro Monat nehmen. Zu häufige Einnahme und zu hohe Dosen können zu Abhängigkeit und Medikamentenkopfschmerzen führen.
 

Um festzustellen, ob Ihr Kopfschmerz durch Medikamente verursacht wird, können Sie hier einen Test durchführen:
 

  • Haben Sie täglich Kopfschmerzen?   Ja,     Nein
  • Behandeln Sie Ihre Kopfschmerzen mit Migränemitteln oder Kopfschmerzmitteln?   Ja,     Nein
  • Nehmen Sie diese Mittel täglich oder fast täglich?   Ja,     Nein


Wenn Sie alle drei Fragen mit Ja beantwortet haben, dann ist Ihr Kopfschmerz möglicherweise durch die Medikamente verursacht. Wenden Sie sich unbedingt an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.


Ihr persönliches Kopfschmerztagebuch


Ein Kopfschmerzkalender hilft nicht nur bei der Diagnose der Kopfschmerzen, sondern Sie können damit auch Auslöser gezielt erkennen. Im Internet gibt es zahlreiche Kopfschmerztabellen und -kalender, zum Beispiel bei der DMKG.


Darin kann man unter anderem Folgendes festhalten:

  • Wann traten die Kopfschmerzen auf? Wie lange dauerten sie? Wie stark waren sie?
  • Hatten Sie vorher Anzeichen einer Aura?
  • Traten gleichzeitig Übelkeit, Lichtscheu, Sehstörungen, Lärmempfindlichkeit oder andere  Begleitsymptome auf?
  • Was war vor dem Anfall? Was könnte ihn ausgelöst haben? Was haben Sie gegessen?
  • Haben Sie sich körperlich angestrengt? Fühlten Sie sich gestresst?
  • In welchem Zyklusabschnitt treten die Anfälle auf? Nehmen Sie gleichzeitig Hormone?
  • Welche Medikamente haben Sie gegen die Schmerzen genommen? Wie gut haben diese geholfen?

Migräne vorbeugen


Migräneanfällen kann man vorbeugen, „geheilt“ wird die Migräne dadurch jedoch nicht. Mit Medikamenten und einigen vorbeugenden Maßnahmen kann man aber erreichen, dass die Attacken seltener oder weniger schmerzhaft werden.


Finden Sie heraus, was Ihre Migräne auslöst, und versuchen Sie, diese Migräneauslöser zu vermeiden. Was Ihre Migräne auslöst, finden Sie am besten mit einem Kopfschmerztagebuch heraus.


Achten Sie auf einen regelmäßigen Schlaf-Wach-Rhythmus: Auch am Wochenende und in den Ferien sollten Sie immer etwa zur gleichen Zeit schlafen gehen und aufstehen.


Wenn Sie an einem zu hohen Blutdruck leiden, so sollte dieser behandelt und auf normale Werte gebracht werden.


Tägliche Entspannungsübungen und leichtes Ausdauertraining sind sehr erfolgversprechend. Allerdings ist es wichtig, dass Sie mindestens drei- bis viermal pro Woche etwa 30 Minuten so trainieren, dass Sie leicht ins Schwitzen kommen.

Einigen Patienten hilft Akupunktur.


Folgende Medikamente helfen vorbeugend: Betablocker, Kalziumantagonisten, gewisse Antidepressiva, Magnesium (400–600 mg pro Tag), Vitamin B2, Co-Enzym Q. Diese Medikamente verringern die Anzahl und die Schwere der Migräneanfälle. Etwa 60 bis 80 Prozent der Patienten haben damit bedeutend weniger Migräneanfälle. Die Mittel nützen allerdings nur, wenn sie regelmäßig und über längere Zeit eingenommen werden.


Therapie der chronischen Kopfschmerzen


Die wirksamste Therapie bei chronischen Kopfschmerzen ist eine Kombination aus vorbeugenden Medikamenten, Stressbewältigungstraining und Entspannungsübungen. Dies haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt. Die Therapie der chronischen Kopfschmerzen ist allerdings schwierig und braucht viel Geduld. Erste Erfolge zeigen sich oft erst nach Wochen, und die Kopfschmerzen werden meist nur etwas schwächer, vergehen aber nicht ganz.
Als Medikamente werden Antidepressiva eingesetzt. Antidepressiva erhöhen die Schmerzschwelle und verändern die Schmerzempfindung, sodass Kopfschmerzanfälle seltener und weniger stark werden. Andere Kopfschmerzmedikamente und Triptane (Migränemittel) sollten bei chronischen Kopfschmerzen so selten wie möglich genommen werden.


Chronischer Medikamentenkopfschmerz


Wer zu viele oder zu oft Kopfschmerzmedikamente nimmt, wird mit der Zeit von ihnen abhängig. Der Körper gewöhnt sich an die vielen Medikamente und reagiert mit Kopfschmerzen, sobald man keine Tabletten mehr nimmt. Dies verleitet dazu, immer öfter und immer mehr Tabletten einzunehmen. Im Extremfall hat man trotz der Medikamente Kopfschmerzen. Die einzige Möglichkeit, den Medikamentenkopfschmerz zu behandeln, ist der Medikamentenentzug. Dies kann nur unter Aufsicht eines Arztes durchgeführt werden, entweder ambulant oder stationär in einem Krankenhaus. Jegliche Therapie von Medikamentenkopfschmerzen ist sinnlos, solange noch Schmerzmittel oder Triptane (Migränemittel) eingenommen werden.