Während angeborene Geruchsstörungen bisher nicht therapiert werden können, lassen sich erworbene Geruchsstörungen, wie zum Beispiel die sinunasalen Geruchsstörungen, bei denen die Störungen in der Nase und den Nebenhöhlen liegen, konservativ und operativ behandeln.
Konservative Therapie
Kortikosteroide
Bei den meisten Geruchsstörungen haben sich seit vielen Jahren topische Kortikosteroide in Form von Nasenspray und systemische orale Kortikosteroide in Form von Tabletten bewährt.
Topisch wirkende kortikosteroidhaltige Nasensprays wirken direkt in der Nase auf Glukokortikoidrezeptoren in der Riechschleimhaut.
Systemische, orale Kortikosteroide
Systemische, orale Kortikosteroide (Tabletten) scheinen in ihrer Wirkung den topischen kortikosteroidhaltigen Nasensprays überlegen zu sein.
Weitere Medikamente
Von einer Besserung sinunasaler Geruchsbeschwerden durch Leukotrien-Synthesehemmer, Leukotrien-Antagonisten oder durch eine antibiotische Langzeittherapie mit Makroliden wird berichtet. Ob diese wirklich eine signifikante Verbesserung einer sinunasalen Geruchsstörungen bewirken, konnte noch nicht endgültig geklärt werden.
Operative Therapie
Ziel der operativen Therapie sinunasaler Geruchsstörungen ist die Verbesserung der Duftstoffleitung zur Riechspalte. Häufig wird die Operation mit einer oralen Kortikosteroidnachbehandlung kombiniert. Eine postoperative Besserung wird allerdings nur bei rund zwei Drittel der Patienten und ein normales Geruchsvermögen bei etwa einem Viertel der vorher hyposmischen Patienten erzielt.
Die Besserung des Geruchsvermögens als alleiniges Operationsziel bei chronischer Rhinosinusitis wird kontrovers diskutiert. Gesicherte Therapien bei postviralen und posttraumatischen Geruchsstörungen fehlen. Da die geschädigten olfaktorischen Neurone zur Regeneration fähig sind, kann sich das Riechvermögen bis zirka zwei Jahre nach einem Infekt oder einem Trauma spontan erholen. Das Gleiche trifft auf toxische Geruchsstörungen zu.
Experimentelle Therapeutika
Als experimentelle Therapeutika kommen Hormone, Dopamin, Theophyllin, Wachstumsfaktoren, Vitamin A und C sowie Vitamine der B-Gruppe infrage.
Durch die Vitaminpräparate soll die Leitgeschwindigkeit der Riechnerven erhöht und die Nerven durch die antioxidativen Wirkungen der Vitamine geschützt werden. Der Erfolg dieser Behandlungen ist jedoch sehr unterschiedlich und stellt sich zudem auch nicht immer ein.
Die Anwendung von Zink hat sich, zumindest bislang, nicht bewährt.
